Erläuterungen zum Testergebnis
Die moderne Gedächtnispsychologie vergleicht das Gedächtnis mit einem Netz - wobei die Begriffe die Knoten darstellen, die miteinander - mehr oder weniger eng - verknüpft sind. Der Begriffe aus dem Bereich Haushalt sind - auch aufgrund vielfältiger Erfahrungen - demnach meist enger mit dem Begriff Frau verknüpft, der Bereich Karriere enger mit dem Begriff des Mannes.
Schnellere Entscheidungen deuten auf kürzere Gedächtniswege in unserem semantischen Netz hin.
Was heißt das für die Berufspraxis? Nehmen wir ein Vorstellungsgespräch.
Die Bewerberin hat vier eigene Kinder, der Bewerber hat ebenso vier eigene Kinder. Bei der Frau bewegt uns dann die Frage "Wer betreut die Kinder?" "Wie bekommt sie, die Bewerberin, die Doppelbelastung in den Griff?" Auch wenn wir solche Fragen im Einstellungsgespräche nicht mehr offen stellen dürfen - so das Allgemeine Gleichstellungsgesetz - die Entscheider beschäftigt diese Frage.
Wenn ein Mann sich vorstellt, sind diese Aspekte "entfernt liegend!". Implizit gehen wir davon aus, dass eine (Haus-) Frau dem Mann den Rücken freihält.
Auf diesem Hintergrund legen besonders Gleichstellungsbeauftragte Wert darauf, dass Männer wie Frauen die gleichen Auswahlfragen vorgelegten werden - die in einem Leitfaden anforderungsbezogen vorher festgelegt werden. Derartige strukturierte Interviews haben nachgewiesenermaßen eine höhere Qualität als das unstrukturierte Abfagen: "Was fällt mir zu dieser Person gerade noch ein?"
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