Hier eine Fallstudie:
Sie sind Vorgesetzter Ihrer Mitarbeiter und sind aufgefordert, für
die Jahre 2004 und 2005 eine Leistungsbeurteilung abzugeben. In dem
Beurteilungsvordruck müssen Sie die das Kriterium "Arbeitsmenge"
notenmäßig bewerten. Für Kriterium Arbeitsmenge
können Sie auf Fallzahlen der drei Mitarbeiter zurückgreifen,
die Sie als Vorgesetzter Ihrem PC entnehmen können.
Werfen sie einen Blick
in die Fallzahlen-Statistik.
Wem geben Sie die beste
Leistungsbeurteilung in Bezug auf die Leistungsmenge?
|
Bearbeitete
Fälle im Beurteilungszeitraum |
|
Zeitraum |
1.
Halbjahr 2004 |
2.
Halbjahr 2004 |
1.
Halbjahr 2005 |
2. Halbjahr
2005 |
|
Bearbeiter
1 |
115 |
105 |
90
|
70 |
|
Bearbeiter
2 |
80 |
85 |
85
|
130 |
|
Bearbeiter
3 |
70 |
90 |
105
|
115 |
Sie plädieren
für Bearbeiter 1, der seine besten Leistungen zu Beginn des Beurteilungszeitraums
gezeigt hat.
Eher ungewöhnliche
Einschätzung, für Sie zählt die Vergangenheit. Ich denke,
Sie würden mit diesem Mitarbeiter sicherlich ein Gespräch
über die Gründe für den Leistungsabfall führen und
ggf. die Gründe mit berücksichtigen.
Sie plädieren für Bearbeiter 2, der seine besten Leistungen
kurz vor der Beurteilung erbracht hat. Sind Sie sich sicher, dass Sie
dabei nicht einem (Beurteilungs-)Quartalsarbeiter
auf den Leim gegangen sind? Vor jeder Beurteilung versucht manch einer mit besonderen Leistungen sich zu profilieren, um danach wieder in einen Winterschlaf zu fallen. Was bewegt Sie, die vorangegangenen Intervalle
weniger gewichtig einzuschätzen?
Sie plädieren für Bearbeiter 3, der eine kontinuierliche
Leistungsentwicklung aufzeigt. Für Sie zählen anscheinend
die voraussichtlichen zukünftige Leistungen besonders, denn hier liegt die Prognose nahe: Bearbeiter 3 wird seine Leistungen steigern und voraussichtlich demnächst 140 schaffen. Aber dieses ist eine Prognose - und diese gehören zu den zukünftigen Potentialeinschätzungen und nicht zu den rückblickenden Leistungsbeurteilungen.
Wenn sie die vergangenen Leistungen beurteilen, dann sind diese bei allen Bearbeitern in dem Beurteilungszeitraum gleich.
Gut! Sie plädieren für die gleiche Bewertung bei allen, denn
alle haben 380 Fälle - und damit die gleiche
Leistung im Gesamtzeitraum - bearbeitet! Die zukünftigen Leistungsentwicklungen
haben sie dabei ausgeblendet - Leistungsbeurteilungen sind vergangenheitsbezogen.
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