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Zusammenfassung: Beurteilungsverzerrungen und -versagen |
| Bevor es an den Abschlußtest geht, haben Sie hier nochmals Gelegenheit, die wesentlichen Inhalte der letzten Teile des Lernprogramms kurz zu wiederholen. |
Beurteilungsverzerrungen: mehr oder weniger bewußt, häufig heimliche Spielregel |
Milde-Effekt |
Die Führungskraft will den Mitarbeiter nicht „verletzen“; sie will sich als „positiv denkender Mensch“ zeigen; der Beurteiler fürchtet bei einer ehrlichen Bewertung eine Belastung der Zusammenarbeit. |
| Nähe-Effekt / Beziehungs-Effekt |
Je näher man sich in der Arbeit ist und je stärker die Beziehung ist, umso positiver fällt die Beurteilung aus. Man will sich seine nächsten Mitarbeiter und seine besten „Freunde“ nicht verprellen | |
| Hierarchie-Effekt |
Je höher die Personen in der Unternehmenshierarchie stehen, umso besser fällt ihre Beurteilung aus. | |
Benjamin-Effekt |
Je neuer und jünger die Mitarbeiter sind, umso kritischer der Bewertungsmaßstab des Beurteilers. „Man muss sich ja noch verbessern können!“ | |
| Klebe-Effekt |
„Wer einmal eine gute Note erreichte, behält diese“. Oder „Wer längere Zeit nicht befördert wurde, bei dem wird pauschal unterstellt, dass seine Leistungen unterdurchschnittlich sind“. | |
| Beurteilungsversagen: bewußte "Falschbeurteilung" |
Strategische Personalbeurteilung |
Der Beurteiler beurteilt nicht die Leistung oder das Potential des Mitarbeiters,
sondern er lässt sich bewusst von strategischen Überlegungen bei
der Beurteilung leiten. Die Frage: “Wer braucht die gute Bewertung am dringendsten?“ rückt dabei in den Vordergrund. Hierzu zählt z. B. • jemanden besser beurteilen, um ihn wegzuloben, • einzelnen Mitarbeitern aus sozialen Gründen „etwas Gutes tun“ wollen, • oder eine letzte Beförderung vor der Pensionierung noch zu ermöglichen. |
| Selbstbild und Fremdbild | Die Selbstillusion | Menschen neigen in ihrer Selbsteinschätzung dazu, sich bei für sie wichtigen Fähigkeiten und Eigenschaften zu überschätzen. Das eigene Wunschbild überstrahlt das Selbstbild. Menschen unterliegen so einer Selbstillusion. Zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung besteht daher ein natürliches Spannungsverhältnis. |
systembedingte Beurteilungsfehler
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Konstruktionsfehler in den Beurteilungssystemen können Beurteilungsfehler verursachen. Beispiel: Eine Skala mit 15 unterschiedlichen Notenstufen überfordert das menschliche Differenzierungsvermögen. |
| © Prof. Dr. Frank Dulisch | |
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