| Statistisch
gesehen handelt es sich hier "um einen kollektiven Wahn". Das erkennt der
aussenstehende Nicht-Professor sofort.
Wie kommt diese Selbstüberschätzung
zustande?
Hier einige
Erklärungsversuche:
- Leistung
ist ein sehr vager Begriff. Jeder Mensch schätzt den Aspekt seiner
Leistungen als besonders wichtig und zentral ein, in dem mal selbst
seine Stärken hat. Sicherlich hat nahezu jeder Professor irgendeinen
Leistungsbereich, in dem er vergleichsweise stark ist. (Für den
einen zählt die Forschung, für den anderen die Lehre mehr).
- Menschen
suchen in der Regel eher Informationen, die für sie selbst positiv
sind. Man redet mit den "Gesinnungsgenossen" mehr als mit seinen "Kritikern".
Wissenschaftler suchen gezielt Aufsätze, in denen sie selbst zitiert
werden; Abhandlungen, in denen sie nicht zitiert werden, "würdigen
sie keines Blickes".
- Viele Sozialpsychologen
gehen davon aus, dass die meisten Menschen ein Bedürfnis nach einer
"positiven Selbsteinschätzung", nach "einem positiven
Selbstwertgefühl" besitzen. Wir interpretieren die Welt so,
dass unser Selbstwertgefühl geschützt wird. Dieses bedeutet,
die eigenen Leistungen in einem hellen Halogen-Licht zu betrachten;
zugleich werden die Leistungen der Kollegen eher unter einem Dämmerlicht
betrachtet
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