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Nikolaus-Effekt

 

Der Nikolaus-Effekt (auch Recency-Effekt genannt) besagt: Die letzten Eindrücke bleiben besser haften und zählen bei Beurteilungen mehr. Insofern neigt bereits unser Gedächtnissystem dazu, auf "Beurteilungsquartalsarbeiter" hereinzufallen.

Aber warum heißt diese Beurteilungstäuschung Nikolaus-Effekt?
Auch der Nikolaus erinnert die Kinder ja meist nur an die Sünden aus der kürzeren Vergangenheit - so ungefähr aus den letzten drei Tagen -, auch wenn sein jährliches Erscheinen und sein goldenes, penibel geführtes Buch einen anderen Eindruck erwecken.

Die letzten Leistungen sind der Führungskraft besser im Gedächtnis präsent - Beurteilungszeiträume von einem oder gar zwei Jahren stellen für das menschliche Gedächtnis eine Herausforderung dar! Insofern sind wir immer anfällig dafür, wenn Personen kurz vor dem Beurteilungszeitpunkt ihr Leistungsengagement beträchtlich steigern.

Nur selten kann man eine Beurteilung auf harte "Leistungsfakten" stützen. Vor allem bei "freihändigen" Beurteilungen muss man sich davor hüten, die letzten Eindrücke überzubewerten.

Durch kontinuierliche schriftliche "Gedächtnisstützen" kann man sich vor diesem Vergessenseffekt schützen. Achtung Nebenwirkung: "Geheimdossiers" können sich auf das Verhältnis zum Mitarbeiter auswirken, wenn der Mitarbeiter davon erfährt. 

Zweite Möglichkeit:  In einem Beurteilungsvorgespräch lassen Führungskraft und Mitarbeiter den Beurteilungszeitraum noch einmal "Revue passieren"  und nutzen dieses zu einer gemeinsamen Gedächtnisauffrischung.